Nachdem man ein perfektes, rosiges Neugeborenes vom Krankenhaus nach Hause mitgenommen hat, möchte man sein Baby natürlich auch richtig und mit gut verträglichen Produkten pflegen.

Viele Eltern stellen sich erstmals die Frage, was ist in unseren Pflegeprodukten eigentlich enthalten und sind Babyprodukte jedenfalls geeignet bzw. wie viele von diesen sollte man verwenden? Die Haut der Neugeborenen ist gerade in den ersten Lebenswochen sehr empfindlich. Hier ist also dem Rat vieler Hebammen – weniger ist mehr – zu folgen. Welche Pflegeprodukte Sie aber vielleicht doch brauchen werden, wird hier erörtert.

Neugeborene baden

Neugeborene können in den ersten Tagen nach der Geburt entweder in einer Babybadewanne oder einem Waschbecken abgewaschen werden bzw. mit einem Waschlappen gewaschen werden. Gerade in der warmen Jahreszeit können natürlich auch die Kleinsten schon schwitzen und brauchen eine regelmäßige sanfte Reinigung. Grundsätzlich reicht das waschen mit lauwarmen Wasser. Bei besonders trockener Haut kann in das Badewasser etwas Baby- oder biologisches Olivenöl beigemengt werden. Eincremen ist nach dem Baden nicht erforderlich. Manche Neugeborene erhalten allerdings wegen trockener Haut bereits in der Klinik eine spezielle Körpercreme, z.B. auf Sonnenölbasis, die nach dem Waschen aufgetragen werden soll. Ab dem 2. Lebensmonat kann zum Baden ein Babybad bzw. Waschschaum sowie eine entsprechende Babylotion verwendet werden. Hier gibt es in Drogeriemärkten eine Vielzahl an hochwertigen Pflegeprodukten, wie von Nivea, Hipp, Bübchen oder auch Penaten. Apotheken bieten zudem spezielle Produkte für besonders empfindliche Babyhaut an. Elterntipp: Zur schnellen Reinigung – auch unterwegs- eignen sich für Neugeborene am besten Einwegwaschlappen.

Neugeborene richtig wickeln

Neugeborene müssen wegen des häufigen Stuhlgangs sehr häufig – meist auch Nachts – gewickelt werden. Zum Abwischen können, feuchte Kompressen oder auch spezielle Babyfeuchttücher verwendet werden. Für besonders empfindliche Haut eigenen sich Öltücher, die einen sanften Fettfilm hinterlassen. Besonders ist darauf zu achten, alle Falten des Babys zu erwischen, um die Entstehung von Rötungen durch Schmutzreste zu vermeiden. Leichte Rötungen in der Windelregion treten allerdings bei nahezu allen Säuglingen auf. Auslöser sind das feuchte Milieu in der Windel sowie Nahrungsmittel (bspw. Stillkinder). Ist die Windelregion bereits gerötet, hilft am besten ein Strampeln mit nacktem Popo (sofern das möglich ist). Zudem sollte vor dem Schließen der Windel der Windelbereich getrocknet werden, z.B. durch Schwenken der Windel oder auch Pusten. Ein weiterer Versuch kann ein Wechsel bei der Windelmarke sein. Unterstützend können Wundschutzcremen sowie Zink- und Heilsalben (Dexpanthenol) eingesetzt werden, um ein Schutzschild vor Nässe und weiterem Wundwerden zu bilden. Diese sind in Apotheken erhältlich.

Eltern-Tipp: Zinksalbe (z.B. Inotyol) ist ein absolutes Wundermittel bei Rötungen im Windelbereich und kann auch längerfristig eingesetzt werden. Die Reinigung mit Babyöl ist besonders schonend, einfach ein wenig auf ein Feuchttuch verteilen.

Nabelpflege

Das wichtigste für den Nabel und ein rasches Abheilen ist eine ausreichende Belüftung. Daher sollte der Nabel nach einem Bad getrocknet (entweder einfach Lufttrocknen lassen oder auch leicht kühl föhnen) werden. Beim Baden kann der Bauchnabel des Säuglings herausgehalten werden, damit er erst gar nicht nass wird. Windeln sollten in der Anfangszeit nicht über den Nabel reichen. Ist das Neugeborene dafür noch zu klein, kann die Windel einfach entsprechend umgeschlagen werden. Dadurch wird auf verhindert, dass Urin oder Fäkalien in den Nabel gelangen können. Tritt ein Sekret oder auch eine leichte Schmierblutung beim Verheilen des Nabels auf, kann dieser mit einem Wattebausch oder Wattestäbchen mit abgekochtem Wasser bzw. Muttermilch (günstigste Methoden) oder auch Kochsalzlösung (gibt es in Drogeriemärkten in kleinen Einwegampullen) vorsichtig gereinigt werden. Der Nabelrest fällt meistens in der ersten bis zweiten Lebenswoche des Neugeborenen ab, danach bleibt eine leichte Wunde zurück, die oftmals weiß/grau/grünlich schimmert und ebenfalls trocken gehalten werden sollte und anschließend verkrustet. Die Kruste sollte – wie auch bei anderen Verletzungen – nicht entfernt werden, sondern fällt nach einigen Tagen von alleine ab.

Babyakne – was nun?

Eltern müssen oftmals mit Entsetzen feststellen, dass ihr wunderschöner und rosiger Säugling plötzlich mit einer Vielzahl von Pickelchen im Gesicht geziert wird. Diese Form der Neugeborenenakne, welche meist um die dritte Lebenswoche auftritt, ist völlig harmlos und muss nicht behandelt werden. Auslöser der Babyakne ist der Hormonaustauch mit der Mutter während der Geburt sowie der anschließende Abfall der Hormone. Das Gesicht des Säuglings ist weiterhin normal zu reinigen und pflegen. Vermieden werden sollen fettige Cremes, die einen starken Film hinterlassen. Ausschließlich in besonders schlimmen Fällen kann ihnen der Kinderarzt eine spezielle Creme verschreiben.

Kopfgrind (Milchschorf) oder auch Säuglingsekzem pflegen

Anders als die nässende Form des Milchschorfs (Erscheinungsform von Neurodermitis beim Neugeborenen) ist der trockene Milchschorf völlig harmlos und tritt regelmäßig bereits nach der Geburt sowie häufiger um den dritten Lebensmonat vor allem am Kopf, bei den Augenbrauen sowie hinter den Ohren auf. Man kann versuchen diesen mit Babyöl einzuweichen und anschließend vorsichtig beim Baden durch darüberstreichen zu entfernen. Milchschorf verschwindet regelmäßig bis zum 2. Lebensjahr.

Eltern-Tipp: Bei Säuglingen mit „üppiger“ Haarpracht 1x pro Woche ein mildes Kinder- und nicht Babyshampoo verwenden, kann Abhilfe schaffen.