Es gibt für Eltern kaum einen schöneren Anblick als das Kind am Familientisch mit gutem Appetit glücklich essen zu sehen.

Manche Kinder und Babys erfüllen ihren Eltern diesen Wunsch von Anbeginn und sind einfach mit einem guten Appetit gesegnet. Andere gehen an das Thema Essen eher vorsichtig heran und bereiten ihren Eltern – gerade wenn es das erste Kind ist – damit manche Sorge.

Oftmals hört man daher im Bekanntenkreis von besorgten Müttern, deren Kinder und Babys nicht genug oder zumindest sehr einseitig essen. Bleiben die Eltern beim Thema essen entspannt und leben auch selbst ein ausgewogenes Essverhalten vor, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Sprösslinge dieses spätestens am Ende des Kindergartenalters – wenn die größten Trotzphasen überstanden sind – ebenfalls übernehmen werden.

Richtig essen will gelernt sein

Babys haben eine angeborene Präferenz für süße und sanfte Geschmäcker, die sie vor Vergiftungen schützten sollte. Dieses Wissen kann man sich bei der Einführung von Obst- und Gemüsesorten zur Hilfe nehmen. Birnen, Bananen, Pfirsiche oder Karotten, Zucchini und Kürbis werden von den meisten Babys daher gerne gegessen. Manche Babys lieben Breie und flüssige Snacks, andere präferieren sobald als möglich feste Snacks. Hier eigenen sich weiche Beeren wie Himbeeren, Heidelbeeren, Bananenstücke sowie gekochte Erbsen, Maiskörner, Brokkoli und Karottenstücke. Gemeinsame Familienessen regen Babys oftmals zum Probieren an. Es ist aber auch völlig in Ordnung wenn unruhige Babys während dem Spielen essen oder gefüttert werden. Jede Familie muss dabei den für sie passenden Rhythmus finden und darf sich nicht verunsichern lassen.

Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr beginnen Kleinkinder aktiv beim Essen mitzubestimmen. Das beginnt bereits beim Einkauf und der Frage was in den Einkaufswagen reinkommt. Diese Neugierde darf man sich ebenfalls zur Nutze nehmen und die Kinder nach Herzenslust probieren lassen. Oftmals ergeben sich dadurch unerwartete Geschmäcker und  man findet heraus, dass der bisherige Gemüsemuffel Granatäpfel und Feigen liebt. Interessant ist, dass sich die Geschmacksvorlieben bei Kindern oftmals ändern, weshalb abgelehnte Obst- und Gemüsesorten nach einiger Zeit wieder angeboten werden können. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen – wie Krippen, Kindergärten und Hort – Obst- und Gemüsesorten lieben, die sie zu Hause nicht probieren möchten. Hat man es aber mit einem richtigen Obst- und Gemüsemuffel zu tun, bei dem all diese Tipps nichts helfen, bleibt nur noch der Weg des Picknicks an der frischen Luft. Nach zwei Stunden Spielplatz greift jedes Kind begierig zu den Apfelspalten, sofern es nicht weiß, dass im Wagen auch noch Butterkekse verstaut sind.

Mit rund 3 bis 4 Jahren hat das Kind dann schon richtige Lieblingsspeisen. Klassiker sind Nudeln mit Tomatensauce, Kartoffeln mit Käse oder Würstchen. Steht die Lieblingsspeise am Speiseplan wird wahrscheinlich an diesem Tag mehr gegessen als sonst. Trotzdem sollte man immer wieder auch andere Speisen anbieten. Wer das Essen mitgekocht hat, will sicher lieber kosten. Eine andere Möglichkeit ist es Gemüse z.B. in der geliebten Tomatensauce oder in Cremesuppen zu verstecken (Man kann es auch raspeln oder pürieren). Dadurch werden die Kinder langsam mit neuen Geschmäckern vertraut. Manche Kinder lieben auch knackiges Gemüse zum Knabbern zum Essen als Salat.

Am Ende des Kindergartenalters bis spätestens zum Beginn der Volksschule beginnen Kinder langsam zu verstehen, dass Essen neben dem Genuss auch einen Gesundheitszweck erfüllt. Damit kann man auf Vernunft setzen und durchaus vereinbaren, wer eine Nachspeise möchte, muss zumindest vom Gemüse gegessen haben oder zuerst ein Stück Obst essen. In Kindergärten funktioniert diese Regel oftmals schon bei viel kleineren Kindern.